Immobilien: Alles was Sie rund um Kauf, Verkauf und Vermietung wissen müssen

Sie suchen eine günstige Mietwohnung? Sie planen, demnächst ein Einfamilienhaus zu kaufen? Oder sind Sie durch ein überraschendes Erbe an eine Eigentumswohnung gekommen, die Sie nun möglichst gewinnbringend veräußern möchten? Jeder kommt im Laufe seines Lebens auf die eine oder andere Weise mit Immobilien in Berührung. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen und viel Wissenswertes rund um Kauf, Verkauf und Vermietung. Erfahren Sie unter anderem, welche Immobilie zu Ihrem Budget passt, welche Rechte und Pflichten Sie als Vermieter haben und ob Kauf oder Miete das geeignete Modell für Sie ist.

Mehrere Immobilien, die an einer Straße gelegen sind.

Immobilien kaufen

Jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts zufolge besitzt etwa jeder zweite Deutsche Wohneigentum. Den Wunsch nach den eigenen vier Wänden hegen sogar drei von vier Deutschen. Dabei bringen momentan niedrige Zinsen und günstige Kreditkonditionen diesen Wunsch für viele in greifbare Nähe. Egal ob zur Eigennutzung oder als Kapitalanlage: Selbst wer nur wenig Eigenkapital mitbringt, kann sich den Traum von der eigenen Immobilie erfüllen.

Finanzierung: Wie viel Immobilie kann ich mir leisten?

Der erste Schritt auf dem Weg zur eigenen Immobilie ist die Budgetplanung. Bevor Sie Internet und Tageszeitung nach einer passenden Eigentumswohnung oder nach Ihrem Traumhaus durchforsten können, müssen Sie sich die folgende Frage stellen: Wie viel Immobilie kann ich mir eigentlich leisten?

Um dies herauszufinden, müssen Sie zunächst Ihre Ausgaben und Ihre Einnahmen gegenüberstellen. Im Anschluss sehen Sie, wie viel Geld Sie monatlich zur Verfügung haben. Dieser Betrag entspricht in etwa Ihrer maximal möglichen Kreditrate, die sich wiederum als Sollzinssatz und Tilgungsrate zusammensetzt. Häufig wird eine anfängliche Tilgungsrate von etwa 2 Prozent veranschlagt. Je höher die Tilgungsrate, desto schneller haben Sie die Immobilie am Ende abbezahlt. Experten raten jedoch, nicht mehr als 35 Prozent des monatlichen Haushaltseinkommens in das Wohnen zu investieren. Immerhin müssen Sie als Immobilieneigentümer nebenher Rücklagen für etwaige Sanierungsarbeiten bilden. Möchten Sie die Immobilie vermieten, sollten Sie auch Mietausfälle einkalkulieren. Steht Ihre Wohnung leer und haben Sie aktuell keine Mieteinnahmen, müssen Sie Ihr Darlehen nämlich trotzdem weiterhin abbezahlen können.

Um den maximalen Darlehensbetrag zu ermitteln, können Sie entweder einen Online-Rechner nutzen oder auf die folgende Formel zurückgreifen:

Darlehensbetrag = (monatliche Sparrate x 12) / (Sollzinssatz + Tilgung) x 100

Vom maximalen Darlehensbetrag müssen Sie anschließend noch einen Sicherheitspuffer für Unvorhergesehenes sowie die Kaufnebenkosten abziehen, die je nach Bundesland etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises betragen. Sie erhalten im Anschluss einen Richtwert, der sich noch um Ihr Eigenkapital erhöht. Bei der Immobilienfinanzierung gilt: Je mehr Sicherheiten und Eigenkapital Sie mitbringen, desto günstiger fallen die Darlehenskonditionen aus. Historisch niedrige Sollzinssätze von bis zu 0,5 Prozent sind aktuell nicht unüblich.

Wie finde ich das passende Objekt?

Nachdem Sie ausgerechnet haben, wie viel Ihre Immobilie maximal kosten darf, geht es an die Objektsuche. Eine große Auswahl an Immobilien finden Sie online sowie in der Tageszeitung. Auch im Freundeskreis sollten Sie ansprechen, dass Sie nach einer Immobilie Ausschau halten. Mit etwas Glück kommen Sie so an eine provisionsfreie Immobilie von privat, die noch gar nicht offiziell auf dem Markt ist. Es kann sich außerdem lohnen, beim Amtsgericht nachzufragen, welche Zwangsversteigerungen in nächster Zeit anstehen. Unter Umständen gelangen Sie so an ein wahres Immobilien-Schnäppchen.

Die folgenden Kriterien sollten Sie bei der Objektauswahl berücksichtigen:

  • Lage: Wie zentral ist die Immobilie gelegen? Wie zukunftsträchtig ist die ausgewählte Region?
  • Infrastruktur: Besteht Anschluss zu den öffentlichen Verkehrsmitteln? Sind alle Geschäfte des täglichen Bedarfs gut zu erreichen?
  • Zustand: Ist die Immobilie bezugsfertig oder entstehen Mehrkosten durch aufwendige Sanierungsarbeiten? Wie viele Zimmer bietet die Wohnung? Entspricht der Grundriss den Anforderungen?

Der Immobilienkauf ist höchst individuell und entsprechend gibt es auch keine in Stein gemeißelten Kaufkriterien: Suchen Sie nach einer Immobilie für sich selbst, spielen beispielsweise die Größe des Wohnraums oder die Nähe zu Ihrem Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Auch Ihre Zukunftsplanung ist relevant: Wollen Sie in der Immobilie bis an Ihr Lebensende wohnen, sollten Sie keine Wohnung im fünften Stock ohne Aufzug wählen. Möchten Sie die Immobilie hingegen vermieten, sollten Sie auf einen möglichst zweckmäßigen Grundriss sowie eine hohe zu erwartende Rendite achten. Überprüfen Sie hierzu die Mietspiegel der Region, um herauszufinden, mit welchen Mieteinnahmen Sie rechnen können.

Wer sich nicht selbst mit der Objektauswahl beschäftigen will, kann einen Immobilienmakler einschalten. Von Vorteil ist dabei, dass dieser den Immobilienmarkt sehr gut kennt und oft Zugang zu exklusiven Objekten hat. Der höhere Komfort geht in der Regel allerdings auch mit höheren Kosten einher.

Wie läuft der Kauf ab?

Haben Sie eine passende Immobilie gefunden, sich mit dem Verkäufer auf einen Kaufpreis geeinigt und liegt eine Finanzierungszusage der Bank vor, folgt der eigentliche Kauf. Hierzu ist per Gesetz ein Notar nötig. Der rechtskundige Dritte klärt im ersten Termin alle wichtigen Details mit Ihnen und Ihrem Gegenüber. Auf Grundlage dieser Informationen erstellt der Notar einen ersten Kaufvertragsentwurf. Ist alles korrekt, wird der Vertrag von beiden Parteien unterzeichnet und vom Makler beurkundet. Im Anschluss veranlasst der Makler die Grundbuchänderung, mit der Sie offizieller Eigentümer der Immobilie werden.

Immobilien verkaufen

Das Gegenstück zum Immobilienkauf ist der Immobilienverkauf. Es gibt zahlreiche Gründe, sich von einer Eigentumswohnung oder einem Haus zu trennen, darunter ein Umzug oder geänderte Lebensumstände. Auch wer eine Immobilie geerbt hat, will sich nicht immer den vielen Pflichten stellen, die mit dem Immobilienbesitz einhergehen. Durch den Verkauf wird ein großer Geldbetrag frei, den Sie als Erbe anderweitig investieren können.

Haus, Wohnung und Co. verkaufen: Was muss ich beachten?

In Zeiten historisch niedriger Bauzinsen gibt es zahlreiche Kaufinteressenten für Immobilien. Nichtsdestotrotz sollten Sie nicht dem Irrglauben verfallen, dass Sie Ihre Immobilie im Handumdrehen an den Mann bringen. Wer einen hohen Gewinn erzielen will, muss einige Vorkehrungen treffen.

Achten Sie beispielsweise darauf, Ihre Immobilie während der Besichtigungen ins rechte Licht zu rücken. Entfernen Sie herumliegenden Trödel und sorgen Sie dafür, dass Garten und Grundstück gut gepflegt sind. Auch kleinere Schönheitsreparaturen sollten Sie vorher noch verrichten – selbst wenn diese mit Kosten einhergehen: Lassen Sie unter anderem die Räumlichkeiten streichen, verschließen Sie Bohrlöcher und ölen Sie die quietschende Eingangstür. Die kleineren Ausgaben haben Sie durch den höheren Verkaufserlös schnell rentiert.

Auch der Zeitpunkt des Verkaufs kann Ihren Gewinn beeinflussen: So sollten Sie ein Einfamilienhaus mit großem Gartengrundstück nicht unbedingt im Winter verkaufen. Das satte Grün ist ein nicht zu unterschätzender Wertfaktor, der im Frühling oder Sommer viel besser zur Geltung kommt und den Kaufpreis deutlich in die Höhe treiben kann.

Immobilienverkauf mit oder ohne Makler?

Beim Immobilienverkauf geht es um viel Geld, weshalb Sie nichts überstürzen sollten. Haben Sie nicht Zeit und Muße, um sich mit den aufwendigen Vorkehrungen auseinanderzusetzen, kann ein Immobilienmakler die Lösung sein. Dieser sorgt unter anderem dafür, dass Ihre Anzeige nicht in der Vielzahl anderer Immobilienanzeigen untergeht und dass Sie damit die richtige Zielgruppe ansprechen.

Darüber hinaus nimmt der Makler Ihnen viele weitere Aufgaben ab, darunter:

  • Wertermittlung der Immobilie
  • Erstellen eines aussagekräftigen Exposés
  • Organisation und Durchführung von Besichtigungen
  • Verhandlungsgespräche mit potenziellen Käufern
  • Bonitätsprüfung potenzieller Käufer
  • Verkaufsvorbereitungen

Anders als bei Mietverhältnissen sind die Maklergebühren beim Verkauf frei verhandelbar. Die meisten Immobilienmakler orientieren sich jedoch an den ortsüblichen Preisen, die je nach Bundesland bei etwa 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises liegen. In vielen Bundesländern werden die Maklergebühren von Käufer und Verkäufer gemeinsam getragen. In einigen Bundesländern – darunter Hamburg und Berlin – trägt der Käufer die Maklerkosten alleine.

Steuerfallen beim Immobilienverkauf

Wird eine Immobilie verkauft, wechselt viel Geld den Besitzer. Und auch der Staat fordert hier seinen Teil vom Kuchen. Eine besonders häufige Stolperfalle beim Immobilienverkauf ist die sogenannte Spekulationssteuer. Verkaufen Sie Ihre Immobilie weniger als 10 Jahre nach ihrem Erwerb, fällt diese Abgabe an. Grund dafür ist, dass der Fiskus davon ausgeht, dass Sie sich eine kurzfristige Wertsteigerung zunutze machen wollen. Haben Sie die Immobilie jedoch zumindest eine gewisse Zeit lang selbst bewohnt, bleibt die Veräußerung steuerfrei.

Was viele nicht wissen: Die Spekulationssteuer fällt auch an, wenn Sie eine Immobilie erben. Als Beginn der Spekulationsfrist gilt hier jedoch der Abschluss des Kaufvertrags und nicht die Erbschaft selbst. Häufig sind die 10 Jahre in diesem Fall schon abgelaufen und die Immobilie kann problemlos verkauft werden. Einzig und allein die Erbschaftssteuer für Immobilien fällt in diesem Fall an, doch sorgen hohe Freibeträge dafür, dass die Abgabe in den meisten Fällen eher niedrig ausfällt.

Immobilien mieten

Trotz niedriger Immobilienzinsen gilt weiterhin: Deutschland bleibt ein Land der Mieter. In Sachen Wohneigentum nimmt Deutschland im europäischen Vergleich nach wie vor einen der hinteren Plätze ein. Das mag zum einen an den hohen Immobilienpreisen liegen. Zum anderen bringt das Leben zur Miete auch einige Vorteile gegenüber dem Immobilienkauf mit sich.

Kaufen oder mieten: Was ist besser?

Kaufen oder mieten: Diese Frage spaltet seit jeher die Gemüter. Wer eine Immobilie kauft, erwirbt damit eine inflationsgeschützte und sichere Kapitalanlage, die später einmal gewinnbringend veräußert oder an die Nachkommen vererbt werden kann. Auch die Vorstellung vom mietfreien Wohnen im Alter wirkt auf die meisten Menschen vielversprechend. Dafür geht der Immobilienkauf jedoch auch mit einer hohen finanziellen Belastung einher: In vielen Fällen setzt der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses die jahrzehntelange Verschuldung voraus. Zudem müssen Sie großzügige Rücklagen bilden, um Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen stemmen zu können. Nur so können Sie den Werterhalt Ihrer Immobilie langfristig sichern.

Die bewusste Entscheidung für das Leben zur Miete ist hingegen auch eine Entscheidung für erhöhte Flexibilität. Die Kündigung eines Mietvertrags ist schnell und unproblematisch möglich, was eine weniger strikte Lebensplanung voraussetzt. Hinzu kommt, dass Sie als Mieter nur wenige Verpflichtungen haben. Muss etwa die Heizungsanlage erneuert werden oder stehen kostspielige energetische Sanierungen an, trägt Ihr Vermieter die Kosten. Sie können nur an bestimmten Reparaturen beteiligt werden und auch dann nur in geringem Umfang. In Kauf nehmen müssen Sie dafür, dass Sie monatliche Zahlungen leisten, ohne am Ende mit Mehrwert dazustehen. Auch können Sie die Immobilie nicht frei Ihren Wünschen und Vorstellungen entsprechend anpassen und nutzen: Möchten Sie auf Ihrem Balkon beispielsweise eine Markise anbringen oder möchten Sie Haustiere halten, benötigen Sie hierfür jeweils die Zustimmung Ihres Vermieters.

 VorteileNachteile
Immobilie kaufenSchaffung von MehrwertTeil der Erbmassemietfreies Leben im Alterviel Gestaltungsfreiraumzusätzliches Einkommen bei Vermietunghohe finanzielle Belastungoft langjährige Verschuldungunvorhersehbare Ausgaben (Reparaturen etc.)geringe Flexibilität
Immobilie mietenhohe Flexibilitätkaum unvorhersehbare Ausgaben (Instandhaltung zahlt Vermieter)keine Verschuldung nötigregelmäßige Zahlungen ohne Schaffung von Mehrwertkein vererbbares Eigentumwenig GestaltungsfreiraumNutzung kann eingeschränkt werden (z. B. Haustierhaltung, Balkongestaltung)

Gut zu wissen: Wenn Sie sich nicht entscheiden können, kann der sogenannte Mietkauf eine gute Alternative sein. Hierbei mieten Sie eine Wohnung oder ein Haus. Per Mietvertrag spricht der Vermieter Ihnen das Recht zu, die Immobilie innerhalb einer bestimmten Frist zu kaufen. So können Sie probewohnen und für sich selbst herausfinden, ob Sie sich langfristig an die Immobilie binden möchten. Die bereits geleisteten Mietzahlungen werden in der Regel auf den Kaufpreis angerechnet.

Von Suche bis Einzug: Der Weg zur passenden Mietimmobilie

Wie beim Immobilienkauf auch beginnt die Suche nach einer passenden Mietimmobilie meist online. Auf den einschlägigen Internetportalen findet sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten. Auch wenn Sie sich mit einer Mietimmobilie nicht langfristig binden, sollten Sie doch vorher überlegen, wie hoch die Miete maximal sein darf. Lassen Sie sich nicht von teuren Penthouse-Wohnungen oder Designer-Lofts blenden, wenn Ihr Budget nur für eine kleine 2-Zimmer-Wohnung reicht. Auch hier gilt die Faustregel: Geben Sie nicht mehr als 35 Prozent Ihres Nettoeinkommens für die Miete aus.

Haben Sie ein paar Objekte in der engeren Auswahl, geht es an die Besichtigung. Wählen Sie hierzu nach Möglichkeit Termine mit guten Lichtverhältnissen. Besichtigen Sie die Mietwohnung oder das Haus in den späten Abendstunden, stechen Mängel wie rissige Wände oder gesprungene Fliesen häufig nicht direkt ins Auge. Bei der Besichtigung werden Sie in der Regel darum gebeten, eine Mieterselbstauskunft auszufüllen. Zwar sind Sie nicht dazu verpflichtet, diesem Wunsch nachzukommen, doch sinken Ihre Chancen auf das Mietobjekt signifikant, wenn Sie das Formular nicht ausfüllen.

Hat der Vermieter sich schließlich für Sie entschieden, folgt die Unterzeichnung des Mietvertrags. Unterziehen Sie diesen einer detaillierten Prüfung und achten Sie unter anderem auf die folgenden Aspekte:

  • Korrektheit der Angaben: Sind alle Mieter korrekt benannt? Ist das Objekt richtig beschrieben? Stimmt die Quadratmeteranzahl? Sind Räumlichkeiten wie Keller- und Dachbodenanteil aufgeführt?
  • Miethöhe: Entspricht die Miete in etwa der ortsüblichen Vergleichsmiete? Hat sich der Vermieter an gesetzliche Vorgaben und Richtlinien wie Mietspiegel und Mietpreisbremse gehalten?
  • Umlagefähige Nebenkosten: Ist explizit angegeben, welche Nebenkosten auf Sie als Mieter umgelegt werden? Welcher Verteilerschlüssel ist angesetzt?
  • Problematische Klauseln: Ist ein zeitlich begrenzter Kündigungsausschluss bzw. eine Mindestmietdauer vorgesehen? In welchem Umfang müssen Sie Schönheitsreparaturen übernehmen? Handelt es sich um einen befristeten Mietvertrag? Enthält die Hausordnung undurchsichtige Regelungen?

Ist alles soweit in Ordnung, können Sie den Mietvertrag unterzeichnen und die Wohnung beziehen. Dringend empfehlenswert ist es, bei der Wohnungsübergabe ein sogenanntes Übergabeprotokoll anzufertigen: Halten Sie darin genau fest, in welchem Zustand Sie die Wohnung übernommen haben und fertigen Sie auch Fotos von etwaigen Mängeln an. So kann der Vermieter diese am Ende nicht Ihnen in die Schuhe schieben.

Immobilien vermieten

Die Vermietung einer Immobilie ist eine gute Möglichkeit, um zusätzliches Einkommen zu erzeugen. Vor allem wenn Wohnung, Haus oder Gewerbeobjekt einmal abbezahlt sind, dürfen Sie sich so über eine monatliche Finanzspritze freuen. Allerdings haben es Vermieter in Deutschland nicht immer leicht: Gesetzgeber und Rechtsprechung stellen sich häufig auf die Seite der Mieter. Eine sorgfältige Mieterauswahl und ein wasserdichter Mietvertrag sind daher das A und O für die erfolgreiche Vermietung.

Mieterauswahl: Worauf kommt es an?

Gerade in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg und München ist das folgende Phänomen keine Seltenheit: Eine Wohnung wird online zur Vermietung angeboten und schon nach einigen Stunden platzt das Postfach des Vermieters aus allen Nähten. Die hohe Anzahl an Mietbewerbern macht es Vermietern nicht gerade einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. Auch wenn es zeitintensiv ist: Vermeiden Sie Massenbesichtigungen und vergeben Sie individuelle Besichtigungstermine. Während die Mietinteressenten die Immobilie unter die Lupe nehmen, können Sie sich in persönlichen Gesprächen einen ersten Eindruck von Ihren potenziellen Mietern verschaffen.

So freundlich die Mietbewerber auch scheinen mögen, sollten Sie doch auf Fakten und Zahlen setzen. Fordern Sie unter anderem eine Mieterselbstauskunft an, um Informationen über die Einkommensverhältnisse und bestehende (Miet-)Schulden zu bekommen. Da die Angaben vor allem in Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt teils beschönigt werden, sollten Sie sich außerdem die drei letzten Gehaltsnachweise vorlegen lassen. Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung und eine Schufa-Bonitätsauskunft sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Die vollumfängliche Absicherung für Vermieter gibt es nicht: Selbst wenn ein Mieter zum Zeitpunkt des Einzugs eine gute Bonität vorweist, kann sich dies durch äußere Umstände wie eine Kündigung schnell ändern. Eine Mietausfallversicherung kann in diesem Fall von Vorteil sein, doch sind die Zahlungen oft gedeckelt. Auch eine hohe Selbstbeteiligung ist keine Seltenheit. Ein gewisses Restrisiko für Vermieter bleibt daher immer bestehen.

Ihre Rechte und Pflichten als Vermieter

Wie bereits erwähnt gilt das deutsche Mietrecht als äußerst mieterfreundlich. Nichtsdestotrotz haben Sie als Vermieter auch zahlreiche Rechte, die Sie im Zweifelsfall geltend machen können. Dazu zählen unter anderem:

  • Mietkaution: Als finanzielle Absicherung gegen Mietrückstände und Schäden an Ihrem Wohneigentum können Sie eine Mietkaution fordern. Diese darf maximal drei Nettokaltmieten betragen.
  • Kündigungsrecht: Kommt Ihr Mieter seinen vertraglichen Pflichten nicht nach (z. B. Mietrückstände in Höhe von mehr als 2 Monatsmieten, wiederholte Verstöße gegen die Hausordnung), können Sie fristlos kündigen. Meist ist zuvor jedoch eine Abmahnung nötig.
  • Möglichkeit der Eigenbedarfskündigung: Möchten Sie die Wohnung für sich oder einen nahen Verwandten nutzen, können Sie Eigenbedarf anmelden und Ihrem Mieter kündigen.
  • Mieterhöhungen: In regelmäßigen Abständen können Sie die Miete an die ortsübliche Vergleichsmiete anpassen. Auch infolge einer Modernisierung können Sie die Miete anheben.
  • Umlagefähige Nebenkosten: Einige Nebenkosten (z. B. Grundsteuer, Abwassergebühr, warme Betriebskosten) können Sie auf Ihren Mieter umlegen. Wichtig ist jedoch, dass die umlagefähigen Betriebskostenposten sowie der geltende Verteilerschlüssel bereits im Mietvertrag aufgeführt werden.
  • Besichtigungsrecht: Haben Sie ein berechtigtes Interesse daran, das Mietobjekt zu betreten, muss der Mieter Ihnen Zugang gewähren. Das gilt beispielsweise, wenn ein Wasserschaden vorliegt oder wenn Sie die Wohnung mit zukünftigen Mietern besichtigen wollen. Den Besuch müssen Sie allerdings rechtzeitig ankündigen.

Zu Ihren Pflichten als Vermieter zählt in erster Linie, dass Sie die vertragsmäßige Nutzung der Wohnung gewährleisten müssen. Ist beispielsweise die Heizungsanlage defekt, müssen Sie diese umgehend auf eigene Kosten reparieren lassen. Auch Mängel, die nicht eindeutig der Mieter zu verantworten hat, müssen Sie als Vermieter beseitigen lassen.

Sonderfall: Gewerbeimmobilie vermieten

Ein wenig anders verhält es sich, wenn Sie eine Gewerbeimmobilie vermieten – wie etwa ein Büro, ein Café oder eine Lagerhalle. Der Gesetzgeber geht in diesem Fall davon aus, dass sich die beiden Parteien auf Augenhöhe gegenüberstehen.

Allgemein haben Sie daher bei Gewerbemietverträgen einen deutlich größeren Gestaltungsfreiraum. So können Sie beispielsweise die Miethöhe individuell festlegen, ohne sich dabei an ortsübliche Vergleichsmieten oder anderen Maßstäben orientieren zu müssen. Anders als bei regulären Mietverträgen können Sie hier auch ohne Nennung von Gründen eine Befristung vereinbaren.

Steuerliche Vorteile der Vermietung

Wenn Sie sich dafür entscheiden, eine Immobilie zu vermieten, kommen Sie in den Genuss einiger steuerlicher Vorteile. Zwar müssen Sie die Nettokaltmiete vollumfänglich versteuern, doch können Sie hiervon einige Posten abziehen. Dazu gehören:

  • Zinsbelastung des Immobiliendarlehens
  • Handwerkerrechnungen
  • lineare Abschreibung des Gebäudes (ohne Grundstück)
  • Werbungskosten

Fazit

Immobilien sind ein komplexes Thema. Während Mieter aufgrund kurzer Kündigungsfrist verhältnismäßig wenig Risiko eingehen, kann ein Fehlkauf für Immobilienkäufer schnell zum finanziellen Desaster werden. Es ist daher unumgänglich, sich zuvor gründlich zu informieren und unter Umständen auch Hilfe von einem Makler, einer Hausverwaltung oder anderen Dienstleistern in Anspruch zu nehmen. So können Sie verhindern, dass Ihr Traum von den eigenen Wänden oder von Ihrer renditestarken Altersvorsorge vorzeitig zerplatzt.

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