KfW-Förderung: Was ist das und wie funktioniert sie?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wurde im Jahr 1948 mit dem Ziel gegründet, den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zu finanzieren.

Ein Gebäude der KFW, wie erhält man die KFW-Förderung?

Heute ist die KfW vor allem für ihre Förderprogramme bekannt, die es privaten Kreditnehmern ermöglichen, Förderdarlehen für den Kauf, Bau oder energieeffizienten Umbau einer Immobilie zu erhalten. Diese Darlehen sind besonders günstig und müssen in den ersten 1 bis 5 Jahren nicht getilgt werden.

Welche Förderprogramme die KfW im Angebot hat und wie Sie diese beantragen können, lesen Sie im Folgenden.

Die KfW-Bankengruppe: Geförderte Finanzierungen sind nur ein Teil des Angebots

Die KfW ist eine Förderbank mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie die drittgrößte Bank Deutschlands. Als Anstalt des öffentlichen Rechts gehört sie zu 80 Prozent der Bundesrepublik Deutschland und zu 20 Prozent den Bundesländern.

Gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen bildet sie die KfW-Bankengruppe.

Die Töchter der KfW:

  • Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG): unterstützt privatwirtschaftliche Unternehmen bei der Investition in Schwellen- und Entwicklungsländer
  • KfW IPEX-Bank: Kreditinstitut für internationale Projekt- und Exportfinanzierung
  • Finanzierungs- und Beratungsgesellschaft (FuB): wickelt als Rechtsnachfolgerin die noch offenen Schadensfälle der Staatlichen Versicherung der DDR ab

Im Folgenden werden ausschließlich die Förderprogramme der Muttergesellschaft KfW für Privatpersonen beleuchtet.

Welche KfW-Förderung gibt es im Bereich Bauen, Wohnen und Energiesparen?

Grundsätzlich kann jeder Immobilieneigentümer oder Immobilienkäufer in Deutschland einen geförderten KfW-Kredit mit günstigen Konditionen beantragen. Es müssen jedoch die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sein.

Die KfW-Programme zur wohnwirtschaftlichen Förderung gliedern sich in folgende Kategorien:

Neubau

Wer ein Haus bauen oder eine Eigentumswohnung erwerben möchte, kann über das KfW-Wohneigentumsprogramm 124 einen KfW-Kredit bis 100.000 Euro beantragen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Immobilie selbst bewohnt wird.

Bestehende Immobilie

Auch der Kauf einer bestehenden Immobilie kann mit staatlicher Förderung finanziert werden, sofern sie selbst bewohnt wird. Hier ist ebenfalls das KfW-Programm 124 die beste Möglichkeit, an ein günstiges Förderdarlehen zu gelangen.

Für den Umbau oder die Sanierung der Immobilie nach dem Kauf bietet die KfW spezielle Förderprogramme an.

Energieeffiziente Sanierung

Je energieeffizienter eine Immobilie ist, desto weniger Energie verbraucht sie. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel des Immobilienbesitzers. Der energieeffiziente Bau, Kauf oder Umbau wird durch die KfW mit den Programmen 261 und 262 gefördert.

Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz:

  • Maßnahmen zur Verbesserung der Dämmung an Fassade, Dach oder Kellerdecke
  • Verbesserung des Sonnenschutzes und Erneuerung der Fenster
  • Einbau moderner Heizungs-, Lüftungs-, Photovoltaik– und Solarthermieanlagen

Bei Gebäuden, die eine bestimmte Energieeffizienz-Stufe erreichen, spricht man auch von einem „Effizienzhaus“. Der Begriff „KfW 55“ beschreibt in diesem Zusammenhang ein Effizienzhaus mit der Stufe 55. Dieses benötigt nur 55 Prozent der Energie, die ein Referenzgebäude verbraucht, das schlicht die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes erfüllt.

Wird ein neues Effizienzhaus 55 gekauft oder gebaut, zahlt die KfW ein Förderdarlehen in Höhe von bis zu 150.000 Euro und gewährt zudem einen Tilgungszuschuss bis 17,5 Prozent. Alternativ kann ein Investitionszuschuss von maximal 26.250 Euro beantragt werden.

Einbruchschutz

Wer sein Haus sicherer machen möchte, kann einen KfW-Kredit bis 50.000 Euro mit günstigen Sollzinsen erhalten. Geförderte Maßnahmen sind zum Beispiel das Nachrüsten mit einbruchhemmenden Türen, Fenstern und Garagentoren sowie der Einbau einer Alarmanlage.

Das passende KfW-Programm hat die Nummer 159.

Barrierereduzierung

Mit der KfW-Förderung 159 kann ebenfalls der altersgerechte Umbau einer Immobilie kostengünstig finanziert werden. Unabhängig vom Alter des Immobilieneigentümers kann ein Kredit in Höhe von bis zu 50.000 Euro beantragt werden, der auch in den Kauf einer bereits umgebauten Immobilie fließen darf.

Smart Home

Auch Maßnahmen, die ein Gebäude „smarter“ machen, lassen sich mit dem KfW-Kredit 159 finanzieren. Dazu zählt beispielsweise der Einbau von Türkommunikationssystemen, smarten Heizungen, intelligenten Rollläden sowie Tür- und Fenstersensoren.

Was ist der KfW-Zuschuss?

Im Unterschied zu einem Förderkredit muss ein Zuschuss nicht zurückgezahlt werden. Nachfolgend sind ausgewählte Beispiele aufgeführt.

KfW 440: Ladestationen für Elektroautos an Wohngebäuden

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt Mietern und Vermietern einen Zuschuss in Höhe von 900 Euro für den Kauf und die Installation einer Elektroauto-Ladestation. Welche dieser Stationen aktuell über KfW 440 gefördert werden, listet die KfW auf ihrer Webseite auf.

KfW 461: Wohngebäude-Zuschuss (ehemals KfW 430)

Für die energieeffiziente Sanierung einer Immobilie werden bis zu 75.000 Euro, für den Bau oder Kauf eines Effizienzhauses bis zu 37.500 Euro als Zuschuss gezahlt.

KfW 424: Baukindergeld

Wenn die Baugenehmigung für eine selbstbewohnte Immobilie zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. März 2021 erteilt wurde und die Familie noch nicht länger als 6 Monate dort wohnt, kann ein Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro je Kind beantragt werden. Dafür darf das maximale Haushaltseinkommen jedoch nicht überschritten werden.

KfW 455-E: Einbruchschutz-Zuschuss

Sowohl Eigentümer als auch Mieter können bis zu 1.600 € für die Umsetzung einbruchhemmender Maßnahmen erhalten.

So läuft die Finanzierung über eine KfW-Förderung ab

Die Beantragung von Fördermitteln erfolgt je nach Art der KfW-Förderung unterschiedlich. Kleinere Zuschüsse können beispielsweise direkt online beantragt werden, während für Darlehen ein Finanzierungspartner – wie zum Beispiel die eigene Hausbank – benötigt wird.

Details zu den notwendigen Schritten sind auf den jeweiligen Produktseiten der KfW zu finden.

Folgendermaßen läuft beispielsweise die Beantragung des KfW-Wohneigentumsprogramms 124 ab:

Schritt 1: Informationen sammeln

Über die Webseite der KfW können die Voraussetzungen eingesehen werden. Auch zu Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Förderprogrammen sowie Zuschüssen gibt die offizielle Seite Auskunft. Aber keine Sorge: Es müssen nicht alle Antworten selbst recherchiert werden.

Schritt 2: Finanzierungspartner finden

Weil die KfW kein eigenes Filialnetz besitzt, arbeitet sie mit verschiedenen Finanzierungspartnern zusammen. Nahezu alle großen und bekannten Banken – von Commerzbank über Volksbanken bis hin zu Sparkassen – arbeiten mit der KfW zusammen. Meistens kann also einfach ein Beratungstermin bei der Hausbank vereinbart werden, um die offenen Fragen zu klären.

Alternativ besteht die Möglichkeit, über die Homepage der KfW eine Beratungsanfrage zu stellen und so unkompliziert einen nahegelegenen Finanzierungspartner zu finden.

Nachdem alle Fragen beantwortet sind, stellt die Partnerbank den Kreditantrag bei der KfW.

Schritt 3: Kreditvertrag abschließen

Sobald die Förderzusage vorliegt, wird der Kreditvertrag mit dem Finanzierungspartner abgeschlossen. Nun kann auch der Kaufvertrag unterzeichnet beziehungsweise mit dem Bau begonnen werden.

Bei der Beantragung bestehen die Unterschiede zu anderen Finanzierungsmodellen also hauptsächlich darin, dass die KfW selbst keine Filialen besitzt und ein passender Finanzierungspartner gewählt werden muss. Außerdem sind die einzelnen Programme wenig flexibel und sehen klare Voraussetzungen und Maximalbeträge vor. Ob die nötigen Anforderungen erfüllt werden, klärt die antragstellende Bank im Vorfeld ab.

Fazit: Dies sind die Vor- und Nachteile einer KfW-Förderung

Die KfW vergibt günstige Förderdarlehen sowie Zuschüsse an Privatpersonen, die eine Immobilie bauen, kaufen oder renovieren möchten. Die angebotenen Förderprogramme sind sehr unterschiedlich und haben jeweils ganz eigene Vorteile.

Im Allgemeinen lässt sich jedoch festhalten, dass günstige Zinssätze, tilgungsfreie Zeiten und die Möglichkeit, nicht rückzahlbare Zuschüsse zu erhalten, die größten Vorteile darstellen. Auch die Tatsache, dass KfW-Kredite sogenannte Nachrangdarlehen sind, ist von Vorteil.

Konkrete Nachteile einer Förderung durch die KfW bestehen kaum. Lediglich die strikten Vorgaben der Programme lassen wenig Spielraum und aufgrund der fixen Maximalbeträge kann meist nur ein Teil der Finanzierungskosten gedeckt werden. Gleichzeitig ist es für Kreditnehmer vorteilhaft, wenn sie zumindest einen Teil ihrer Ausgaben besonders günstig finanzieren können.

Aus diesem Grund sind die Förderprogramme bei Kreditnehmern in Deutschland äußerst beliebt und werden oft in Anspruch genommen.

Bildnachweis: Chris Redan / Shutterstock.com

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