Bauweisen: Vier Hausbauarten im Überblick

Es gibt verschiedene Bauweisen, die in Deutschland sehr beliebt sind. Sie alle haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Je nachdem, worauf Sie Wert legen, können unterschiedliche Bauarten für Sie in Betracht kommen.

Das Massivhaus

Die Massivbauweise ist nach wie vor eine der beliebtesten Hausbauweisen in Deutschland: Das Haus wird hier aus Ziegeln, Kalksandstein, Porenbeton oder Leichtbausteinen Stück für Stück zusammengesetzt. Der Vorteil ist, dass Sie das Haus gemeinsam mit einem Architekten individuell planen können: Grundriss, Größe und Aufteilung können Sie nach Gutdünken selbst bestimmen, solange Sie den Bebauungsplan der Gegend einhalten.

Zwei Architekten besprechen die Bauweisen von Immobilien

Ein so gebautes Haus ist von guter Qualität und bietet ein exzellentes Raumklima. Mit der Massivbauweise können Sie außerdem Passivhäuser und Energiesparhäuser errichten. Ein Massivhaus können Sie später zu einem hohen Preis weiterverkaufen, da diese Bauweise für Qualität steht. Allerdings dauert die Bauphase vergleichsweise lange, sodass es zu witterungsbedingten Verzögerungen kommen kann, und die Kosten sind verglichen mit anderen Bauweisen relativ hoch – je nach Größe des Hauses können Sie Baukosten ab etwa 320.000 Euro einrechnen.

Das Fertighaus

Lange galt es als Haus zweiter Klasse, doch inzwischen ist das Fertighaus deutlich besser als sein veralteter Ruf: Da die Einzelteile des Rohbaus im Werk vorgefertigt und auf dem Bauplatz zusammengesetzt werden, fällt die Bauzeit kürzer aus und auch die Kosten sind nicht so hoch wie beim Massivhaus. Individualisierungen sind allerdings nur in einem gewissen Rahmen möglich. Sie erfahren Näheres beim Anbieter – hier können Sie häufig auch Musterhäuser besichtigen.

Oft steht der Rohbau eines Fertighauses bereits innerhalb weniger Werktage. Damit ist dies eine der Bauarten, die weniger stark durch Witterungen beeinträchtigt werden. Sind Sie mit den durch den Bauunternehmer realisierbaren Individualisierungen zufrieden, können Sie häufig schon rund ein Jahr nach der Vertragsunterzeichnung einziehen. Die Kosten stehen ebenfalls im Vorfeld fest: Je nach Größe des Hauses beginnen sie bei etwa 250.000 Euro.

Inzwischen ist die Qualität von Fertighäusern in Deutschland sehr stark angestiegen: Sie können sich sogar ein Energiespar- oder ein Passivhaus in Fertigbauweise erstellen lassen. Die tragenden Wände können inzwischen auch aus Ziegeln oder Leichtbeton bestehen.

Achtung: Die Unterkellerung ist bei der Leichtbauweise nicht inklusive, aber Sie können diese mit Ihrem Bauanbieter vereinbaren!

Das Holzhaus

Das Holzhaus erfreut sich schon seit langer Zeit großer Beliebtheit in Deutschland: Es wirkt rustikal und anheimelnd, hat meist ein sehr angenehmes Raumklima und lässt sich deutlich günstiger errichten als andere Hausbauarten. Sie können beim Bau komplett auf regionale Baustoffe setzen und so Ihren ökologischen Fußabdruck klein halten. Mögliche Holzarten für tragende Zwecke sind beispielsweise

  • Eiche
  • Buche
  • Fichte
  • Kiefer
  • Teak
  • Lärche
  • Douglasie

Das Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, sodass das Raumklima immer ausgewogen ist und es selten zu Schimmelbildung kommt. Je nachdem, ob Sie sich für die Rahmen- oder die Massivbauweise entscheiden, dauert der Bau unterschiedlich lange, geht aber im Vergleich mit dem Massivhaus immer noch relativ schnell vonstatten. Zudem liegen die Kosten für den Bau recht niedrig: Günstige Varianten sind je nach Ausbauvariante schon ab etwa 90.000 Euro zu realisieren.

Sie sollten sich aber bei der Auswahl der Bauweisen im Klaren darüber sein, dass Sie ein Holzhaus deutlich intensiver pflegen müssen als Häuser aus anderen Materialien: Um das Holz langfristig vor den Witterungen zu schützen, ist regelmäßige Arbeit nötig. Zudem sind die Versicherungen für Holzhäuser kostenintensiver als für andere Gebäude, der Schallschutz ist nicht so hoch wie durch Stein oder Beton und der Wiederverkaufswert fällt ebenfalls etwas niedriger aus.

Das Fachwerkhaus

Es ist ein Klassiker, der aus Deutschland und vielen umliegenden Ländern nicht wegzudenken ist: Fachwerkhäuser werden seit langer Zeit gebaut, weil die benötigten Materialien leicht verfügbar waren. Dabei wird traditionell ein Holzskelett mit Lehm und Stroh aufgefüllt. Bei Neubauten schließt man die Lücken heutzutage allerdings eher mit Mauerwerk, was langfristig für eine deutlich bessere Dämmung sorgt als das klassische Lehm-Stroh-Gemisch.

Achten Sie darauf, dass die Baustoffe aus der Region stammen, ist beim Fachwerkhaus ökologisches Bauen möglich. Das Holz sorgt durch Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit für ein angenehmes Raumklima, allerdings sind die Kosten deutlich höher als bei einem reinen Holzhaus: Sie beginnen bei rund 200.000 Euro, können aber noch wesentlich steigen. Dafür erzielen Fachwerkhäuser aber auch im Verkauf meist recht gute Preise.

Achtung: Wichtig ist, dass Sie von vornherein auf eine gute Dämmung achten – diese ist beim Fachwerkhaus nur schwer nachzurüsten!

Fazit: Welche der Bauweisen passt, hängt von Ihren Prioritäten ab

Mögen Sie es modern oder rustikal, bevorzugen Sie natürliche Gemütlichkeit oder futuristische Pragmatik? Ob Sie ein Passivhaus wünschen, viel Wert auf die Ausführung Ihrer individuellen Ideen legen und wie viel Geld Sie ausgeben möchten, beeinflusst die Entscheidung für die passende Bauweise stark. Um sich darüber klar zu werden, welche Bauart für Ihr Haus infrage kommt, sollten Sie sowohl Ihr Budget als auch Ihre persönlichen Wünsche zusammentragen. Berücksichtigen Sie unbedingt auch den örtlichen Bebauungsplan!

Bildnachweis: Marcin Balcerzak / Shutterstock.com

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