Modernisierungskredit – wenn Ihr Zuhause eine Frischekur benötigt

Zwei Männer bauen neue Fenster ein, dafür gibt es einen Modernisierungskredit

Wer den Wert eines Wohngebäudes erhalten möchte, sollte es regelmäßig modernisieren. Im Gegensatz zu einer Sanierung wird eine Modernisierung auch dann durchgeführt, wenn kein konkreter Mangel vorliegt.

Vielmehr entsprechen in diesem Fall beispielsweise das Dach, die Dämmung oder die Heizung einfach nicht mehr den aktuellen Standards. Dies bedeutet nicht nur unnötig hohe Verbrauchskosten, sondern auch einen Wertverlust der Immobilie im Vergleich zu anderen Angeboten am Markt.

Gleichzeitig kann eine Modernisierung schnell teuer werden. Aus diesem Grund bieten Banken spezielle Modernisierungskredite an. Alles, was Sie vor einem Abschluss über diese Kreditart wissen sollten, erfahren Sie hier.

Was ist ein Modernisierungsdarlehen?

Ein Modernisierungsdarlehen nimmt die Position zwischen einem Renovierungskredit, der meist als normales Ratendarlehen gewährt wird, und einer klassischen Baufinanzierung ein.

 Übliche HöheZinssatzÜbliche LaufzeitZweckgebunden?Grund-schuld?
BaufinanzierungAb 100.000 €Gering30–40 JahreJaBenötigt
Modernisierungskredit2.000–
80.000 €
Mittel0,5–10 JahreJaNicht benötigt
Renovierungskredit1.000–50.000 €Hoch0,5–10 JahreNeinNicht benötigt

Oft werden die Begriffe Renovierung, Sanierung und Modernisierung verwechselt, obwohl damit verschiedene Maßnahmen verbunden sind:

  • Renovierung: optische Aufwertungen, z. B. Malerarbeiten
  • Sanierung: Beseitigung eines ernsthaften Mangels, z. B. Reparatur eines undichten Daches
  • Modernisierung: Aufwertung des Gebäudes, z. B. durch eine energieeffizientere Heizungsanlage

Die Besonderheit einer Modernisierung besteht also darin, dass nicht nur die Wohnqualität, sondern auch der Wert der Immobilie gesteigert wird. Die Erneuerung zahlt sich somit beim Verkauf der Immobilie aus und führt auch schon vorher zur Senkung der laufenden Betriebskosten. Oft liegt genau hier der Fokus einer solchen Maßnahme: Durch die Verbesserung der Energieeffizienz sollen Heiz- und Warmwasserkosten reduziert werden. Wer sein Zuhause also mithilfe eines möglichst günstigen Kredits modernisiert, kann langfristig bares Geld sparen.

Wofür kann ein Modernisierungskredit verwendet werden?

Das Modernisierungsdarlehen ist zweckgebunden, es darf also nur für bestimmte Zwecke verwendet werden. Welche dies im Einzelfall sind, hängt auch von der Bank ab. Im Folgenden sind die üblichsten Verwendungsmöglichkeiten aufgeführt. Die Angaben, ab wann die jeweiligen Modernisierungsmaßnahmen in der Regel notwendig sind, verstehen sich als Durchschnittswerte.

  • Dämmung des Daches: nach 10–15 Jahren
  • Installation neuer Fenster: nach 20 Jahren
  • Einbau einer neuen Heizungsanlage: nach 15–20 Jahren
  • Erneuerung des Bads und der Küche: nach 10–15 Jahren

Weitere Verwendungsmöglichkeiten für einen Modernisierungskredit:

  • Aufrüsten zum Smart Home
  • Anbringen von Photovoltaikanlagen
  • Altersgerechter Umbau und Einbruchschutz

Was kostet ein Modernisierungsdarlehen?

Die Zinskosten, die bei der Aufnahme dieses speziellen Darlehens zur Modernisierung einer Immobilie fällig werden, variieren je nach Bank stark.

Der effektive Jahreszins liegt aktuell etwa zwischen 1,4 und 1,9 Prozent. Bei der Bemessung des Zinssatzes spielt die Bonität des Kreditnehmers eine wichtige Rolle. Je besser die Kreditwürdigkeit ausfällt, umso geringer sind die Zinsen. Im ungünstigsten Fall kann der Kredit auch abgelehnt werden. Eine Möglichkeit, Kosten bei der Erneuerung einer Immobilie zu sparen, stellen die Fördermöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) dar.

Günstig modernisieren mit KfW-Förderung

Die KfW bietet verschiedene Programme, über die Kreditnehmer besonders zinsgünstige Darlehen für die Modernisierung ihrer Immobilie erhalten. Ein weiterer Vorteil dieser Förderprogramme ist die tilgungsfreie Zeit zu Beginn, in der nur die Zinsen gezahlt werden müssen.

Diese KfW-Kredite können Sie für eine Modernisierung nutzen

  • KfW-Programme 261 und 262: Wohngebäude-Kredit, um ein Haus oder eine Wohnung energieeffizient zu sanieren
  • KfW-Programm 159: Altersgerecht Umbauen für mehr Wohnkomfort im Alter und einen besseren Einbruchschutz
  • KfW-Programm 270: Erneuerbare Energien nutzen, um Strom und Wärme z. B. über eine Photovoltaik-Anlage zu erzeugen
  • KfW-Zuschuss 461: Wohngebäude-Zuschuss für die Sanierung, den Neubau oder Kauf eines Effizienzhauses

Durch die einzelnen Modernisierungsmaßnahmen können zudem die Standards für ein KfW-Effizienzhaus erreicht werden. Erfüllt Ihr Gebäude die Kriterien, können Sie zudem einen Tilgungszuschuss vom Staat erhalten. Eine vorherige Prüfung der Fördermöglichkeiten lohnt sich also.

Unterschiede zu einem Renovierungskredit

Ein Renovierungskredit wird in der Regel als normaler Ratenkredit vergeben. Dies bedeutet, dass die Sollzinsen im Vergleich zu einer Baufinanzierung oder einem Modernisierungskredit zwar etwas höher ausfallen, die Kreditsumme dafür jedoch frei verwendet werden kann. Immobilienbesitzer und Mieter verwenden den Renovierungskredit zum Beispiel gern, um anstehende Maler- und Tapezierarbeiten zu bezahlen, die Außenfassade neu streichen zu lassen oder die Bodenbeläge zu erneuern.

Weil der Kredit nicht zweckgebunden ist, kann mit einem Teil des ausgezahlten Betrags zudem das neue Auto oder ein Urlaub finanziert werden.

Modernisierungsdarlehen und Renovierungskredit im Vergleich

Dies sind die Vor- und Nachteile der beiden Darlehensarten:

 VorteileNachteile
ModernisierungskreditRelativ günstige Zinsen Hohe Kreditsumme möglich (bis 80.000 €)Zweckgebunden Nur für Eigentümer
RenovierungskreditNicht zweckgebunden Auch für VermieterRelativ hohe Zinsen Begrenzte Kreditsumme (bis 50.000 €)

Weil die beiden Kreditarten nicht eindeutig definiert sind, kommt es immer wieder zu Verwechslungen. Informieren Sie sich daher unbedingt im Vorfeld, welche Finanzierungsmöglichkeiten speziell für Ihr Anliegen zur Verfügung stehen.

Fazit: Das Sparpotenzial bei einem Modernisierungskredit ist meist größer als der Kostenaufwand

Die Standards von Wohnimmobilien entwickeln sich rasant weiter. Vor allem bei der Energieeffizienz haben sich die Möglichkeiten in den letzten Jahren enorm verändert. Immobilieneigentümer, die den Wert ihres Hauses erhalten oder sogar steigern möchten, sollten daher regelmäßig Modernisierungsmaßnahmen durchführen, wie zum Beispiel Erneuerung der Fenster, bessere Dämmung der Fassade oder Einbau einer Solarthermie-Anlage. Derartige Maßnahmen erhöhen nicht nur den Wert und die Wohnqualität, sondern äußern sich auch in geringeren Betriebskosten.

Ein Modernisierungskredit ist die perfekte Möglichkeit, relativ günstig und unkompliziert an Kapital für die Aufwertung Ihrer Immobilie zu gelangen. Auch KfW-Förderungen sind möglich. Wer dagegen finanzielle Mittel für optische Verschönerungen benötigt, nutzt am besten einen Renovierungskredit. Der Vorteil: Das ausgezahlte Kapital kann frei verwendet werden und ist nicht zweckgebunden, wie dies beim Modernisierungskredit der Fall ist.

Bildnachweis: New Africa / Shutterstock.com

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