Wohnungsbesichtigung: Tipps für Mieter beim Besichtigungstermin

Bei der Wohnungsbesichtigung sollten Sie ganz unterschiedliche Dinge beachten: Es ist nicht nur wichtig, ob die Wohnung Ihnen gefällt, sondern auch, ob der Vermieter oder Makler einen guten Eindruck von Ihnen bekommt. Da es sich bei der Entscheidung für eine Mietwohnung um einen Schritt handelt, der Ihr Leben in den nächsten Jahren stark beeinflusst, sollten Sie möglichst sorgfältig vorgehen.

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Wohnungsbesichtigung – Tipps zum Auftreten

Gerade in Großstädten gibt es oft sehr viele Interessenten für bezahlbaren Wohnraum. Da kann eine öffentliche Wohnungsbesichtigung leicht zur Massenabfertigung werden. Einen Einzeltermin erhalten Sie hier in den seltensten Fällen. Allerdings gibt es Makler, die nur wenige Parteien auf einmal einladen. Hier gilt es, einen guten Eindruck zu hinterlassen und dem Makler oder dem Besitzer der Wohnung positiv im Gedächtnis zu bleiben.

Das gelingt dank folgender Tipps:

  1. Schauen Sie in der Anzeige nach, welche Art der Kontaktaufnahme der Makler oder Vermieter bevorzugt. Schreiben Sie ihm entsprechend eine Mail oder rufen Sie an. Seien Sie dabei freundlich und verbindlich und bitten Sie um einen Termin zur Wohnungsbesichtigung (falls in der Anzeige kein öffentlicher Termin genannt wurde).
  2. Wenn Sie sich für den Termin ankleiden, werfen Sie einen Blick in den Spiegel: Würden Sie sich selbst bedenkenlos eine Wohnung anvertrauen, wenn Sie der Vermieter wären? Kleiden Sie sich korrekt und leicht schick, aber dezent.
  3. Seien Sie pünktlich beim Besichtigungstermin! Unpünktlichkeit macht immer einen schlechten Eindruck – Sie verschwenden damit anderer Leute Lebenszeit. Und gerade Wohnungsbesichtigungen sind häufig durchgetaktet. Der Makler empfängt bald schon die nächsten Interessenten oder muss zu einer anderen Immobilie zu einem weiteren Termin. Lassen Sie ihn warten, sinken Ihre Chancen.
  4. Haben Sie bei der Wohnungsbesichtigung alle Unterlagen dabei, die der Makler oder der Vermieter gern hätten. Dafür schauen Sie sich im Vorfeld an, was in der Anzeige gefordert wird. Häufig finden Sie eine Selbstauskunft zum Herunterladen, in die Sie alle relevanten Informationen über sich als Mieter eintragen. Weiterhin kopieren Sie Ihre letzten drei Gehaltsnachweise oder, falls Sie selbstständig sind, Ihren letzten Steuerbescheid. Auch eine aktuelle Schufa-Auskunft wird oft verlangt. Diese Unterlagen wohlgeordnet mitzubringen, sieht viel besser aus, als vor Ort die Selbstauskunft auszufüllen und zu versprechen, den Rest nachzuliefern.

Gute Fragen für die Wohnungsbesichtigung

Wenn Sie bei der Wohnungsbesichtigung Fragen stellen, hat das gleich zwei Vorteile: Sie erfahren, was Sie wissen möchten, und bleiben dem Makler oder Vermieter im Gedächtnis. Interessant sind zum Beispiel die folgenden Punkte:

  • Welche weiteren Räume gehören zur Mietwohnung (also Dachboden oder Keller, Pkw- oder Fahrradstellplatz)?
  • Wie hoch waren die Nebenkosten in Phasen, in denen die Wohnung durchgehend bewohnt war?
  • Ist eine Einbauküche enthalten oder kann die Küche vom Vormieter übernommen werden?
  • Gibt es Reinigungs- oder Räumdienste, die die Mieter unter sich aufteilen?
  • Ist die Wohnung saniert worden?
  • Aus welchem Grund zieht der Vormieter aus?
  • Gibt es Besonderheiten bei der Pflege des Fußbodens zu beachten?
  • Wie ist das Verhältnis unter den Nachbarn im Haus?

Falls Sie Haustiere haben und dazu in der Anzeige keine Informationen standen, sollten Sie auch danach fragen. Sind sie gar nicht gestattet, können Sie den Termin abkürzen. Achten Sie bei den Fragen darauf, dass Sie nicht inquisitorisch wirken, und hören Sie aufmerksam zu.

Wohnungsbesichtigung: Worauf achten?

Wenn Sie zum vereinbarten Zeitpunkt zur Wohnungsbesichtigung fahren, seien Sie schon auf dem Weg aufmerksam:

  • Sind die Anbindungen gut, ist die Wohnung einfach erreichbar?
  • Gibt es in der Nähe alles, was Ihnen wichtig ist (Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Kita oder Kindergarten, Schulen, Ärzte etc.)?
  • Ist die Gegend eher laut oder still?
  • Wie gepflegt wirkt das Gebäude von außen?
  • Funktionieren Klingel und Gegensprechanlage?

Am besten machen Sie sich vor dem Termin eine Checkliste für die Wohnungsbesichtigung, etwa so:

  • Stimmt die Zimmerzahl?
  • Wie sind die Zimmer geschnitten?
  • Würden Ihre Möbel in die Räumlichkeiten passen?
  • Wie ist der Zustand der Wohnung – muss sie renoviert werden?
  • Gibt es einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten, den Sie mitbenutzen dürfen?
  • Wie ist die Wohnung ausgerichtet (idealerweise Wohnräume nach Süden, Schlafzimmer nach Norden)?
  • Wie steht es um die Elektrik – gibt es genügend Lichtquellen und Steckdosen, die einwandfrei funktionieren?
  • Öffnen Sie das Fenster – wie steht es mit dem Verkehrslärm?
  • Achten Sie auf Geräusche aus den Nachbarwohnungen – ist die Wohnung gut gedämmt?
  • Werfen Sie einen Blick in den Sicherungskasten – ist er modern?
  • Gibt es im Badezimmer ein Fenster oder eine gute Entlüftungsanlage?
  • Wie viel Stauraum ist in der Wohnung vorhanden?
  • Wo befindet sich der Anschluss für die Waschmaschine?
  • Sind die Installationen in Ordnung? Gibt es heißes Wasser?
  • Schließen Fenster und Türen dicht? Sind die Dichtungen in Ordnung?
  • Funktionieren die Heizungen und welche Art von Heizung gibt es hier?
  • Riecht die Luft frisch oder deutet Muff auf Schimmel hin?
  • Inspizieren Sie die Wände und Ecken – gibt es Stockflecken oder schimmelige Stellen?
  • Funktionieren die Geräte in der Küche, falls eine vorhanden ist?

Weitere Tipps für die Wohnungsbesichtigung

Am besten begutachten Sie die Wohnung natürlich bei Tageslicht. Entsprechend lassen Sie sich idealerweise einen Besichtigungstermin geben, an dem es noch draußen noch hell ist. Vergessen Sie trotzdem nicht, die Lichter auszuprobieren! Wie viel Sie von den Nachbarn hören und wie stark der Verkehrslärm ist, lässt sich allerdings am besten nach Feierabend feststellen. In den Sommermonaten eignen sich also Termine für die Wohnungsbesichtigung am besten, die abends stattfinden. So sehen Sie genug, können aber gleichzeitig auch genau hinhören. Auch halten Sie sich die Möglichkeit offen, gegebenenfalls mit einem Nachbarn zu sprechen. Die Leute, die schon länger im Haus wohnen, können Ihnen gut Auskunft über den Alltag hier geben.  

Fazit: Wohnungsbesichtigung nach Vorbereitung

Damit Ihnen bei der Wohnungsbesichtigung keine wichtigen Punkte entgehen, halten Sie im Vorfeld fest, was Sie alles prüfen und erfragen möchten. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass auch Sie selbst einen guten Eindruck machen, da sich jeder Vermieter möglichst verlässliche und seriöse Mieter wünscht. Mit etwas Vorbereitung bleiben Sie dem Makler aber positiv im Gedächtnis und können gleichzeitig sicher sein, dass Sie alles Wichtige beachtet haben. Auf diesem Weg finden Sie zuverlässig in Ihre Traumwohnung!

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